Stephan's "8-Zöller"-Seite
Ein Newton-Teleskop und wie man es optimieren kann ...

Rotationshilfsschelle für unter 5,- Euro

Jeder, der schon mal mit einem parallaktisch montierten Newton beobachtet hat, kennt das Problem: Mit jedem Schwenk des Teleskops wandert der Okularauszug in eine ganz unmögliche Position. Entweder man steht in gebückter Haltung halb unter dem Fernrohr und verrenkt sich den Hals, oder man braucht eine Leiter!

Dabei ist die Lösung doch ganz einfach. Man braucht den Tubus ja nur in seinen Rohrschellen entsprechend zu drehen, bis man bequem ins Okular schauen kann. Nur: Wenn sich der Tubus in Schräglage befindet (und das tut er bei Himmelsbeobachtungen immer!) rutscht er nach unten aus den Schellen raus, sobald man sie gelöst hat.

Es galt also etwas zu erfinden, mit dem man zwar die Rohrschellen soweit lösen kann, das der Tubus darin drehbar wird, aber gleichzeitig darf er eben nicht nach unten rutschen. Spezielle "Rotationsrohrschellen" waren für mich nicht die geeignete Lösung, weil sie mit über 300,- Euro gehandelt werden und so ganz nebenbei auch noch über 5 Kg auf die Waage bringen.

Als Lösung viel mir eine "Hilfsschelle" ein, die ich fest um den Tubus herum gespannt habe. Lockere ich nun die eigentlichen Rohrschellen, verhindert die Hilfsschelle das Durchrutschen! Dadurch, dass die Hilfsschelle trotzdem lösbar und damit verschiebbar bleibt, kann auch immer das Gleichgewicht des Teleskops hergestellt werden.

Als Material habe ich einen einfachen Alu-Streifen verwendet, so etwa 2 mm stark und 10 mm breit. So etwas bekommt man in Zweimeterstücken in jedem Baumarkt. Außerdem opferte ich aus meiner Kramkiste eine 5 mm-Gewindeschraube mit Schlitzkopf (weil ein Schlitzschraubendreher schon in meinem Teleskopkoffer enthalten ist!) und eine passende Mutter.

Das Alublech habe ich einfach einmal um den Tubus gewickelt, um die genaue Länge zu messen. Dabei hab ich es auch gleich in die nötige Rundung gebogen. Den so entstandenen Alu-Ring abzusägen und die beiden Enden nach außen umzubiegen ging mit einer Eisensäge, einem Schraubstock und einem Hammer recht schnell. Mit der Akku-Bohrmaschine kamen dann noch in die Enden die Bohrungen für die Schrauben rein und schon war alles fertig.

Glücklicherweise war es heute Nacht auch direkt sternklar und ich konnte die Hilfsschelle testen: Ich muß sagen, nie war die Beobachtung an dem Newton problemloser und angenehmer!


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